Bericht über unsere Transatlantikkreuzfahrt auf der AIDA  
vom 6. bis 20. November 1998

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Roter Kussmund, gelb umrahmtes Auge ! Sie ist es . Die AIDA. Wir kommen nach einem kurzen Flug von Düsseldorf im Hafen von Palma de Mallorca an. Majestätisch steht das über 40m hohe Schiff vor uns. In Windeseile werden wir eingecheckt. ( Noch bei keinem Urlaub ging dies so schnell ! ). Die ersten Eindrücke sind noch nicht ganz verdaut, da kommt schon die nächste Überraschung. Wir betreten das Schiff. Über und über freundliche Farben und ein sehr ansprechendes Design. Uns fallen gleich die Kunstwerke der insgesamt 46 Künstler auf, die die Wände zieren. Ein freundliches Besatzungsmitglied zeigt uns den Weg zu unserer Kabine. Nun stellen wir uns wie in jedem Urlaub die Frage : Was wird uns jetzt erwarten ? Wir öffnen die Kabinentür mit dem uns beim Check in übergebenen scheckkartengroßen Ticket. ( Diese Karte dient übrigens auch als Zahlungsmittel und als Bordkarte für die Landausflüge ). SPITZE ! Obwohl wir die günstigste Kabine gebucht haben finden wir eine große, modern eingerichtete Kabine vor.
So kann der Urlaub beginnen. Schnell ist die Müdigkeit durch die Anreise vergessen. Nach dem Auspacken geht es erst einmal auf Entdeckungstour. Dabei bekommen wir gar nicht mit, wie das Schiff den Hafen von Palma verlässt auf dem Weg nach Madeira.

Am nächsten Tag findet nach einem reichhaltigen Frühstück die Seenotrettungsübung statt. Teilnahme ist Pflicht ! Den ganzen Tag über ist etwas los. Das am Vorabend vor die Kabine gelegte Tagesprogramm weist auf alles hin.
Man soll es nicht glauben. Aber schon am frühen Morgen ist der Fitnessbereich gut besucht. An den modernsten Folterinstrumenten bilden sich Schlangen. Der Aerobicbereich wird fast nur vom weiblichen Geschlecht genutzt. Alles natürlich unter fachlicher Aufsicht und entsprechender Einweisung. Wer dann noch nicht genug hat, kann auf Deck 6 den 400 m langen Joggingpfad nutzen. Aber erst ab 9 Uhr - aus Rücksicht auf darunter Wohnende.

Die Langschläfer brauchen auch nicht zu hungern. Für sie gibt es ein 2. Frühstück.
Apropos Essen. Bis zu 5 Mahlzeiten kann man zu sich nehmen. Nach anfänglicher Neugier reduzieren wir sie auf drei. Selbst wenn man mittags zu faul ist ins Restaurant zu gehen kommt man um das reichhaltige kalte und warme Buffet am Pool einfach nicht herum. Die Getränke während des Essens sind zudem auch noch kostenlos. Ach ja, überall an Bord gibt es Zapfstellen an denen Mineralwasser mit und ohne Kohlensäure frei zur Verfügung steht. Sollte Dir mal nach einem feineren Ambiente sein, reservierst Du Dir bis 12 Uhr einen Platz im Maritim - Restaurant. Da gibt es dann ein 5-Gänge Menü. Außerdem wirst Du bedient. ( Ansonsten ist beim Essen in den anderen Restaurants Buffet angesagt. ) Selbst dieses Essen ist im Preis enthalten. Nur die Getränke werden hier noch in Rechnung gestellt. Überall an Bord finden Aktivitäten statt, so dass einem nie langweilig wird. Aber immer unter dem Motto : "Du kannst, Du musst aber nicht !" Tanzkurs, Volleyball, Shuffleboard sind nur einige Beispiele. Wenn Dir die Animation auf die Nerven geht, suchst Du Dir halt ein ruhigeres Plätzchen, wo Du relaxen kannst; und davon gibt es genügend auf dem riesigen Schiff.

Bei den Scouts kannst Du die Ausflüge buchen, die über das Bordfernsehen bereits vorgestellt wurden.

Ab 21.30 Uhr finden im Theater Aufführungen statt, die sich sehen und hören lassen können. Es ist für jeden etwas dabei. Danach ist dann bis nach Mitternacht Poolparty angesagt. Wer dann noch nicht genug hat, der kann bis zum frühen Morgen in der Disco abtanzen.

Na, schon Blut geleckt ??? Ich glaube doch !!!

Der erste Hafen ist in Sicht. Madeira ! Da fällt mir gleich die Lilly Marleen auf, ein First Class Segelschiff. Nur etwas für den großen Geldbeutel.

Es wird immer wärmer. Fast 30 Grad zeigt das Thermometer. Wir machen unseren ersten Ausflug zum Botanischen Garten, der wirklich sehr sehenswert ist. Ein Muss ist die Fahrt mit den Korbschlitten ins Tal. Da kommt Freude auf. Am Nachmittag heißt es dann wieder Leinen los und der Song "Sail away" ist über die Bordlautsprecher zu hören.

Nun haben wir einige Seetage vor uns. Faulenzen ist angesagt. Übrigens wurde bei einer Umfrage an Bord festgestellt, dass 60% der Gäste statt der 5 Seetage gerne noch 1-2 Tage mehr zum Erholen gehabt hätten. Nachdem wir nämlich in der Karibik angekommen sind ist fast jeden Tag ein anderer Hafen angesagt.

Im Hafen von St. Vincent gehen wir auf eigene Faust los. Etwas Besonderes ist uns dort nicht aufgefallen.

Am nächsten Morgen liegen wir vor Grenada auf Reede. Mit Tenderbooten werden wir an Land gebracht. Jetzt erwartet uns ein sehr interessanter Ganztagesausflug. Zuerst besuchen wir eine Rumfabrik. Wenn Du mal sehen würdest wie der Rum bei der Gärung aussieht, könnte ich mir vorstellen, dass Dir der Appetit nach Barcadi oder anderen Rumsorten vergeht.

Als nächstes geht es zu einer Fabrik, in der Muskatnüsse verarbeitet werden. Wusstest Du, dass Grenada der Hauptlieferant hierfür ist? Vorsicht ist beim Verzehr geboten. Eine ganze Nuss kann bereits tödlich sein. Nachdem wir uns für 2 Dollar damit eingedeckt haben, fahren wir in den tropischen Regenwald, wo uns ein hoher Wasserfall erwartet. Der Rest des Tages geht für allgemeines Sightseeing drauf.

Isla Margarita / Venezuela ist das nächste Ziel. Eine zollfreie Insel!!! Wir haben einen Badeausflug gebucht. Zusätzlich fuhren wir mit 4-rädrigen Motorrädern für 2 Stunden ins Gelände. Das hat einen heiden Spaß gemacht. Leider habe ich mir dabei einen sehr starken Sonnenbrand geholt, an dem ich noch zu Hause herumlaborierte.

Curacao ! Der letzte Halt vor dem Zielhafen Santo Domingo. Schon die Einfahrt in den Hafen von Willemstaad, die durch die Stadt führt, ist sehenswert. Überall bunte Häuser. Der holländische Einfluss ist unübersehbar. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg und wollen endlich einmal shoppen gehen. Die letzten Dollars müssen auf den Kopf gehauen werden. Bei dem Spaziergang fallen mir sofort die bildhübschen Frauen auf. Olala !

Der Ausschiffungshafen ist erreicht Santo Domingo / Dominikanische Republik. Hier bekommen wir nichts mehr zu sehen. Vom Hafen geht es direkt mit Bussen zum Flughafen. Uns fallen sofort die verheerenden Schäden des Hurrikans auf. So etwas kann man sich einfach nicht vorstellen. Das muss man gesehen haben, sonst glaubt man es nicht.

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am :12 August 2001 14:02