Corinnas
Reisebericht
AIDA
17.02.2000 - 02.03.2000
17.02.2000 Ankunft
Nach langer Unsicherheit,
ob der Urlaub überhaupt zustande kommt, ist es nun endlich doch soweit. Mit
einer Stunde Verspätung fliege ich von Frankfurt ab. Man sieht schon ein paar AIDA
Schilder an diversen Gepäckstücken und ich kann es irgendwie nicht glauben, daß
mich nur noch 9 Stunden von der AIDA
trennen. Ich war zwar erst vor 6 Monaten an Bord, aber es
ist doch immer wieder ein Erlebnis. Der Flug ist ziemlich lang, was natürlich
die Aufregung noch steigert. Mit einer Stunde Verspätung kommen wir endlich in
Santo Domingo an. Wir werden sofort zu den Bussen gelotst und zum Hafen
gebracht; das läuft alles reibungslos. Am Hafen angekommen, fängt es an zu
regnen. Nun, das ist ja ein toller Start! Wir werden mit Tänzen, Saft und einem
relativ schnellen und unkomplizierten Einchecken begrüßt. Von weitem entdecke
ich Flavio, den ich aus früheren AIDA
- Zeiten und auch aus Mainz gut kenne. Er kommt sofort
auf mich zugestürzt und ist total begeistert, daß ich an Bord bin. Die Begrüßungsmannschaft
zieht sich wegen des Regens ins Innere des Schiffes zurück, und ich kann es
kaum noch erwarten, die AIDA
zu betreten. Endlich! Noch schnell ein Foto schießen, und schon entdecke ich
das nächste bekannte Gesicht: Hussein, der Chefanimateur. Auch von ihm werde
ich herzlich begrüßt. Da Nadine und ich auf Deck 4 wohnen, habe ich es nicht
weit bis zur Kabine Es kommt mir immer noch alles so vertraut vor, als wäre ich
nie weggewesen. Ich gehe schnell duschen, mich umziehen und bin gerade dabei,
ein Briefchen für Nadine zu hinterlegen, da geht schon die Tür auf und Nadine
und Eva stehen in der Kabine. Ich freue mich so; ich habe das Gefühl, es wird
ein SUPER Urlaub. Wir machen uns alle schnell fertig und gehen erstmal die Ausflüge
für die erste Woche buchen, denn manche Ausflüge sind schnell ausgebucht, wie
wir auch feststellen müssen. Dann gehen wir Abendessen im Marktrestaurant und
danach geht's nochmal auf die Kabine. Auf dem Weg dorthin bleiben wir im Aufzug
stecken. Der Aufzug bleibt noch des öfteren in den zwei Wochen stecken, aber
das macht uns nach dem ersten Schrecken nichts mehr aus, da man die Türen recht
leicht auseinander schieben kann. Weiter geht's zum Koffer auspacken, damit wir
im Anschluß gleich zur Sail-Away-Show dabei sind. Nach einem Welcome Drink
suchen wir uns ein schönes Plätzchen auf Deck 11 und beobachten die Ausfahrt
aus Santo Domingo. Mir steigen schon ein paar Tränen hoch, denn es war bis auf
den letzten Drücker unsicher, ob ich wirklich mit an Bord sein werde. Da wird
man schon ein wenig sentimental, vor allem weil die Karibik schon immer mein
Traum war. Nach Auslaufen des Schiffes geht es sofort weiter mit einer
Poolparty, die natürlich erstmal gebührend von uns gefeiert wird. Von
Animateurin Ninette werden wir gleich auf einen Drink eingeladen. Das geht ja
gut los! Nach der Poolparty geht es noch weiter in die Disco, wo es dann so
richtig rundgeht. Gegen 1 Uhr morgens überlege ich mir, ob ich noch einen Drink
nehmen oder lieber ins Bett gehen soll. Aber Nadine meint nur ganz trocken: Ich
bleib noch! Und zum Glück bleibe ich dann auch noch. Denn sonst hätte ich
sicher die Nacht der Nächte verpaßt! Wir sitzen an einem Tisch und sehen, daß
an der Theke eine Superstimmung ist. Wir wollen wissen, was da los ist, und
deshalb gesellen wir uns einfach mal unauffällig dazu. Wir kriegen schnell mit,
daß in dieser Runde "Krokodil" gespielt wird. Für Nichtkenner:
Vorsicht beim Runterdrücken der Krokodilzähne! Unüberlegtes Drücken kann
immense Getränkerechnungen verursachen. Denn wer gebissen wird, der zahlt auch
eine Runde! Ich spiele ein oder zweimal mit und habe Glück: keine Runde
verloren, aber ich darf jedes Mal umsonst mittrinken. Das Getränk, Jägermeister/Red
Bull, wird noch unser Stamm-Longdrink. Vor allem Nadine kann sich hinterher
schlecht davon trennen. Uns wird auch andauernd ein Pernod Cola von einem recht
aufdringlichen Herrn angeboten, den wir aber dankend ablehnen. DJ Torsten legt
prima Musik auf und wir werden immer fröhlicher. Gegen 3 Uhr morgens ertönt
das Lied "You can leave your hat on" von Jö Cocker, und Frank, den
wir gerade kennengelernt haben, legt einen Striptease hin, der es in sich hat.
Ausgezogen wird er von Angelika, die sich so eine Chance nicht entgehen läßt.
Frank läuft noch eine Weile splitternackt durch die Disco und zieht sich dann
wieder an. Wir liegen fast auf dem Boden vor Lachen. Leider hat niemand von uns
einen Fotoapparat dabei, und wir können auch keinen holen, aus Angst etwas zu
verpassen. Die Krokodilrunde geht fröhlich auf der Tanzfläche weiter. Wir
sitzen alle auf dem Boden und klatschen und singen zu den Roland Kaiser, Howard
Carpendale und Udo Jürgens- Liedern. Es ist eine Stimmung, wie ich sie noch nie
zuvor erlebt habe. Zwischendurch ergreife ich das Mikrofon und lobe Nadine und
mich, daß wir am ersten Abend soviel Standvermögen bewiesen haben. Das wird
mit einem zünftigen "Hossa" von der Runde bestätigt. Axel, Ralf und
Angelika verabschieden sich irgendwann, und wie wir später erfahren, feiern sie
im Pool weiter. Wir bleiben in der Disco, und Bar-Supervisor Roman macht sich
bei uns beliebt, indem er hin und wieder einen ausgibt. Gegen Ende sitzen noch
Timm (der eingeschlafen ist), Uta von der Lambada Bar, Roman, Mario der
Barmanager, Nadine, Torsten, der einfach einmalige Sprüche an den Tag legt, später
fast sein Crewschild vergißt und Nadine zu Torstine umtauft, Edward und
Pearlito (die beiden Kellner der Disco) und ich um einen Tisch herum. Roman und
Mario zaubern noch zwei Flaschen Sekt hervor, den sie großzügig an uns
verteilen. Edward lehnt sich die ganze Zeit an mich und scheint mir sehr anhänglich.
Die Musik spielt fröhlich weiter, und wir schließen die Disco gemeinsam gegen
5.15 Uhr. Ich bin total müde und fertig, und Nadine gleicht auch so langsam
einem Wrack. Trotzdem sind wir immer noch gut drauf. Wir finden unsere Kabine
zwar, aber irgendwie geht die Tür erstmal überhaupt nicht auf… Bis ich dann
eingeschlafen bin, ist es bestimmt halb sechs, und der Wecker wird
vorsichtshalber auf 9.30 gestellt.
Mit einem gewaltigen Kater
rasselt mich der Wecker gegen 9.30 aus dem Schlaf. Nadine hat überhaupt nicht
geschlafen, was wohl teilweise auch an meinem Schnarchen gelegen hat. Ich hatte
sie gewarnt… Wir begeben uns erstmal zum Pool hoch, wo natürlich - gegen alle
Regeln - die meisten Liegen schon besetzt sind. Wir suchen uns zwei Liegen und
gehen dann gleich wieder hinunter, um unsere Schwimmwesten für die
Seenotrettungsübung anzulegen. Teilnahme ist Pflicht und keiner darf sich drücken.
Nach der cirka halbstündigen Übung gehen wir wieder zum Pool hinauf, wo wir
uns erstmal die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, bis der Frühschoppen
beginnt. Da ich noch immer einen ordentlichen Kater habe, gehe ich des öfteren
zur Wasserzapfstelle und werde von etlichen Leuten mit einem fröhlichen
"Hallo" begrüßt. Eine bordeigene Steelband - "Imagination"
- aus Trinidad sorgt bis zum Beginn des Frühschoppens mit karibischer Musik für
Stimmung und gute Laune. Genauso habe ich mir das vorgestellt! Der Frühschoppen
wird pünktlich um halb zwölf eröffnet, und ich lasse zwar das Freibier aus,
stürze mich aber sofort aufs Buffet, da ich an Grundlage einen ziemlichen
Nachholbedarf habe. Das Animations-, Massage-, Biker -, Friseur-, Taucherteam
etc. stellt sich inzwischen auf der Bühne vor, und wir warten auf das
Poolspiel. Es soll auch nicht lange dauern: Es wird "Wetten Daß"
gespielt, und ich werde als Wettpatin von Hussein animiert. Eigentlich will ich
ja "nicht wirklich" gleich am ersten Tag auf die Bühne, aber nun ja,
so ist es eben auf dem Clubschiff: Dabei sein ist alles! Ich verliere meine
Wette, 50 Leute in den Pool zu bekommen die dort den Clubtanz tanzen und
"muß" dafür als Wetteinsatz in dieser Woche einmal mit Hussein das
Radio AIDA
TV moderieren. Das wird mir garantiert Spaß machen! Von 13 bis 15 Uhr ist
erstmal Ruhepause. Wir sonnen uns und dösen ein wenig vor uns hin. Gegen 16 Uhr
verlassen wir den Pool, da wir uns nun für den Kennenlerntreff zurechtmachen müssen.
Um 17.15 Uhr geht es mit diesem los. Er findet in wirklich netter Runde statt.
Wir bekommen alle ein Gläschen Sekt, und Nadine und ich entschließen uns
spontan, abends im kleinen Marktrestaurant gemeinsam mit ein paar anderen zum
Kennenlerntisch essen zu gehen. Bis dahin ist allerdings noch ein wenig Zeit.
Wir gehen zurück auf unsere Kabine und schauen uns das allabendliche Radio AIDA
TV an. Um 19 Uhr beginnt der Kennenlerntisch, wo Ninette, Nadine und ich noch
weitere nette Leute kennenlernen. Um 20.30 h beginnt endlich unser
Lieblingsspiel auf diesem Schiff: Das legendäre Aktions-BINGO. Am Fitneßfelsen
auf Deck 9 findet es statt. Die Bingogemeinde ist riesengroß, es ist eine
Wahnsinnsstimmung und -Gaudi; wir brüllen "Asha Asha Natascha",
tanzen den "Boom Klack Klack"-Tanz und applaudieren halb, ganz,
viertel und kniemäßig. Leider gewinnen wir nichts aber es macht trotzdem einen
Riesenspaß. Der Gewinner muß allerdings in den Pool, wogegen wir heftig
protestieren, da das eigentlich nur beim Jackpot so üblich ist. Aber es sind
wohl neue Regeln eingekehrt. Gleich nach dem Bingo geht es weiter zur
Welcome-Show, wo erneut die gesamte Crew vorgestellt wird. Die Animateure haben
sich etwas ausgedacht, um Clubchef Birdie zu irritieren. Sie treten allesamt als
Offiziere auf. Die Überraschung ist gelingt voll und ganz! Die Show kann sich
sehen lassen; danach geht es sofort weiter in die AIDA
Bar, wo einige Animateure eine kleine Showeinlage bieten. Flavio singt "Living
la vida loca" von Ricky Martin, was er wirklich gut kann, Sirous singt
"Love Me Tender", was eher mittelmäßig ist, Natascha verwandelt sich
in Nena und singt "99 Luftballons", was tatsächlich täuschend echt
klingt, und Hussein präsentiert ein Lied aus seinem Heimatland Kenia - Mambo
Bwana… Die Stimmung ist fantastisch! Im Anschluß ziehen wir noch etwas
weiter, und zwar in die Lambada Bar, wo bereits eine gute Stimmung herrscht. Die
Steelband gibt ihr Bestes, bis wir bei "Feeling Hot Hot Hot" alle zu
einer Polonaise mitgerissen werden und wie wild durch die Bar laufen. Es ist
schon lustig. Nach soviel Aktivität geht es dann weiter hoch in die Disco, wo
die legendäre Flirtparty stattfindet. Wegen des Seegangs ist leider nicht
soviel wie üblich los, aber Nadine und ich bekommen trotzdem ein Briefchen. Und
zwar von ein und demselben Herrn, der Nummer 538, der uns aber nicht so zusagt
und wir deshalb darauf verzichten. Da nicht soviel los ist, beschließe ich,
einen frühen Abend zu machen und gehe nochmal kurz auf einen Abstecher in die AIDA
Bar, wo ich auf Mario, den Barmanager treffe, der mich auf einen Drink einladen
möchte. Ich lehne allerdings dankend ab. Desweiteren treffe ich auf zwei
Mitglieder der Steelband, und wir fangen gleich an, uns auf Englisch zu
unterhalten. Ich übersetze noch für einen Gast, der sich für die Pans (Ölfässer
aus denen wirklich Musik kommt) interessiert und gehe dann ziemlich erschöpft
gegen 01.30 Uhr morgens ins Bett.
19.02.2000 St. Lucia
Früh aufstehen ist
angesagt, denn der erste Inselausflug steht an. Wir fahren durch Castries, durch
das Cul de Sac Tal... Die Reiseleitung ist in Englisch, und ich erkläre mich
bereit, ein wenig zu übersetzen. Bunte Häuser und eine abwechslungsreiche
Vegetation begrüßen uns. Bananenplantagen soweit das Auge reicht. Wir
probieren die Bananen, die hier außergewöhnlich süß und lecker schmecken.
Wir fahren vorbei an Marigot Bay, wo schon berühmte Hollywood Filme gedreht
wurden und erfahren, daß, wie auf den meisten karibischen Inseln, das
Durchschnittsalter sehr niedrig ist (35), Schulpflicht besteht (englisches
Schulsystem), und 25% der Bevölkerung auf St. Lucia arbeitslos ist. Die Insel
war 7x unter britischer und 7 x unter französischer Herrschaft, gehört heute
jedoch zu den Commonwealth Staaten. Sie bietet u.a. Regenwald, Strand, Felsen,
Vulkane und Schwefelquellen. Ich bin begeistert von "meiner" ersten
karibischen Insel. Wir besuchen eine ehemalige Zuckermühle und ein typisches
Landhaus im englischen Stil. Die Besitzerin des Landhauses lebt heute noch dort
und ist von schottischer und karibischer Abstammung. Nach der Tour gehe ich
nochmal kurz an den Pool hoch, wo ein Musical Quiz stattfindet. Leider gewinne
ich nichts. Nadine ist ziemlich nah dran! Um 18.00 h gehe ich verkleidet mit
Nadines Rasta Kappe und meiner Sonnenbrille ins Radio AIDA
TV, um meine verlorene Wette einzulösen. Alle sind von meiner Verkleidung
begeistert und ich rühre während der Sendung eifrig die Werbetrommel für Heri´s
Homepage. Ich werde mit einem Cocktailgutschein und einem Aufkleber
verabschiedet, und danach geht es weiter zum Abendessen. Schließlich
reservieren wir unseren üblichen Tisch beim Bingo. Da ich wieder nichts gewinne
und so traurig dreinblicke, schenkt Natascha mir eine Flasche Sekt und ein AIDA
- "Chicken Shake Clubei". Wir ziehen weiter in
die Lambada Bar, wo ein "Piano Vorspiel" von einem der Gäste in
vollem Gange ist. Der eifrige Herr ist so begeistert von seinen eigenen Klavierkünsten,
daß die Steelband gar nicht mehr zum Zuge kommt. Die drei Jungs bleiben ganz
cool und fallen in das "Piano Vorspiel" ein. Nadine und ich amüsieren
uns köstlich und ich "shake" begeistert mit meinem Clubei durch die
Gegend. Leider können wir uns das Nachspiel der Steelband nicht mehr anhören,
da wir auf keinen Fall das Volleyball-Match auf Deck 11 verpassen wollen. Das
beliebte Crew-gegen-Gäste-Spiel ist schon in vollem Gange. Nadine und ich erzählen
uns von unseren jeweiligen Touren, und ich berichte von der Zuckermühle, wo früher
das Sirous ähh Sirup rausgeflossen ist. Angeheitert von Jägermeister/ Red Bull
als Long Drink (Nadine) und Mai Tai und Tagescocktail (ich) scherzen wir rum,
bis es endlich in der Disco mit der "Noche Caliente" (heiße Nacht)
losgeht. Die Animation, allen voran Flavio, tritt in bunten Kostümen auf und
tanzt Samba zu brasilianischen Klängen. Zu später Stunde läßt es sich unser
"Frank the Stripper" nicht nehmen, nochmals einen Striptease aufs
Parkett zu legen. Allerdings ist Mario - der Barmanager - noch zugegen und
wickelt den nackten Frank sofort in ein Tuch ein. Wir spielen wieder fröhlich
"Krokodil", sitzen am Ende zum zweiten Mal in dieser Woche im Kreis
auf der Tanzfläche und klatschen zu "We will rock you" auf den Boden.
Ich verliere die letzte Runde "Krokodil" und muß 15 Jägermeister Red
Bull ausgeben. Was solls, denke ich mir. Dabei sein ist nunmal alles…! Die
Nacht endet diesmal um 4 Uhr morgens und Nadine gelingt es dieses Mal sogar,
trotz meines Schnarchens, zu schlafen. Der Red Bull wirkt halt doch Wunder!
20.02.2000 Antigua
Schon wieder muß ich früh
aufstehen, denn wir liegen vor Antigua - Insel der 365 Strände, für jeden Tag
im Jahr einen. Die Strände sind öffentlich; jeder kann sie besuchen. Wir
fahren durch die Landschaft, an vielen bunten Häusern vorbei und an ebenso
vielen Kirchen. Schäden des Hurrikans sind noch deutlich sichtbar, wie auf
vielen der Inseln. Antigua hat 75.000 Einwohner. Eine Ananasplantage reiht sich
an die nächste. Ananas wird nicht exportiert, sondern ist nur für den Bedarf
der Einwohner genutzt. Wir besuchen eine dieser Plantagen und dürfen auch
probieren. Die Ananas hat einen ganz anderen, viel süßeren Geschmack als die,
die wir aus Deutschland kennen. Wir halten an einem Strand von Antigua und haben
dort cirka eine Stunde Aufenthalt. Ich gehe nicht baden oder in die Sonne, da
ich mir schon einen Sonnenbrand geholt habe. Zurück auf dem Schiff relaxe ich
ein bisschen, dann ist es schon wieder Zeit fürs Abendessen im Marktrestaurant.
Anschließend findet das altbekannte Bingo statt, wo wir dieses Mal Glück
haben. Eva gewinnt, und unsere Freude ist natürlich groß. Es gibt noch eine
Diskussion ob sie nun in den Pool springen muß oder nicht. Aber da Natascha die
Ankündigung vergessen hat, erübrigt sich das heute mal. Glück gehabt. Nach
dem Bingo sitzen wir noch eine Weile in fröhlicher Runde und gehen anschließend
zum Pool hinauf, wo es heißt: Beachparty! Aber nur wenige Leute tauchen in
Strandkleidung auf, da es ziemlich windig und auch ein wenig frisch ist. Die
Animation tanzt endlich die heißersehnten "Hands Up"- und "YMCA"-Clubtänze,
und die meisten der Gäste machen begeistert mit. Anschließend geht es in die
Disco hinauf, wo ich mich diesmal etwas zurückhalte…
21.02.2000 St. Maarten
Ich werde durch ein Fluchen
geweckt. Ich denke, was ist nun los... Nadine hat verschlafen! Laut fluchend stürzt
sie durch die Kabine, und sie ist in sage und schreibe fünf Minuten fertig, was
für sie eine Rekordzeit ist. Ich habe noch ein bisschen Zeit, bis mein Ausflug
losgeht. Mit Tenderbooten werden wir an Land gebracht, und wir fahren durch
Philipsburg und über die Brücke auf die französische Seite. St. Maarten ist
holländisch und französisch geprägt. Der französische Teil gehört noch zu
Frankreich, der holländische Teil ist unabhängig. Es ist eine wunderschöne,
bunte Insel, mit vielen Geschäften, Bistros, Restaurants aus denen Reggae und
andere karibische Musik erklingt... Das ist Karibik pur! Leider sind auch hier
die Schäden des Hurrikans noch sichtbar. Abends erwartet uns der Leckerbissen
schlechthin: Karaoke Abend in der Lambada Bar. Ich schaue mittags schon ein
wenig bei den Proben zu, und abends melden sich dann auch noch einige Leute, die
ein Liedchen singen wollen. Ich hätte gerne mitgesungen, aber ich bin von dem
"Asha Asha Natascha" -Gebrülle noch so heiser, daß ich keinen Ton
rausbekomme. Nadine möchte auch nicht singen, deshalb schauen wir nur zu.
Einige Gäste verbreiten richtig gute Stimmung, zum Beispiel der Herr, der nicht
einen richtigen Ton bei "Marmor Stein und Eisen bricht" trifft.
"Frank the Stripper", der heute auch noch seinen 40. Geburtstag
feiert, hat sich wieder etwas besonderes einfallen lassen. Er leiht sich ein
Kleid von Nadine, setzt sich ihre Rasta Kappe auf und schon ist er als Trude
Herr verkleidet. Er will singen: "Ich will keine Schokolade", aber vor
lauter Begeisterung bringt er keinen Ton heraus und tanzt nur urkomisch auf der
Bühne umher. Er ist einfach zu köstlich, und wir liegen fast auf dem Boden vor
Lachen. In der Disco geht es dann nochmal richtig weiter, bis ich um ca. 2 Uhr
(eigentlich zu früh für meine Verhältnisse) im Bett lande.
22.02.2000 Tortola
Auf Tortola, British Virgin
Islands, machen wir den einzigen Ausflug, der ziemlich enttäuschend ist. Nicht
wegen der Insel an sich, die wie alle sehr schön ist. Die Tour, die wir gebucht
haben, ist einfach nicht so das Wahre. Wir werden in offene Safari Busse
verfrachtet, wo wir neben Herrn "Pernod Cola" einen Platz finden und
fahren die Kammstraße entlang. Unser Fahrer spricht während der ganzen Fahrt
kein Wort, noch nicht mal in Englisch, und wir wissen eigentlich gar nicht, an
was wir da vorbeifahren. Wir fahren Richtung Nordküste, durch Fischerdörfer.
Road Town hat nur 2.500 Einwohner. Wir halten ein paar Mal für Foto Stops an
und machen schließlich Halt bei Pussers Landing, einem Yachthafen und einer
Einkaufsstraße. Wir setzen uns in ein Straßencafe, und die Bedienungen haben
wenig Lust, uns zu ein Getränk zu bringen. Aber das ist halt Karibik! Wir
unterhalten uns mit Scout Robert, der sehr nett ist. Nach einer halben Stunde
geht es weiter zum Prospect Reef Ressort, das ist ein Strandhotel, wo wir mit
Rumpunsch versorgt werden. Ich suche nur kurz die Toilette auf, und als ich
wiederkomme, sitzen alle schon wieder im Bus. Wir kommen eine Stunde früher als
angegeben vom Ausflug zurück. Enttäuschend, finde ich! Abends geht es zunächst
mit dem üblichen Programm weiter: Abendessen und Bingo. Natascha springt heute
gemeinsam mit den Bingogewinnern in den Whirlpool. Sie hat sich dafür
lustigerweise mit Badeanzug, Schwimmflossen, Schnorchel und Taucherbrille ausgerüstet.
Zu späterer Stunde erwartet uns ein weiterer Leckerbissen: Die Ladies Night in
der Disco. Für eine Stunde gehört der Arkona Club auf Deck 11 nur den Frauen.
Männer werden nur zur reingelassen, wenn sie sich als Frau verkleiden. Timm hat
sich daher ein Kleid von Nadine ausgeliehen, und auch Barsupervisor Roman und
die Kellner Pearlito und Edward erwarten uns als Damen kostümiert. Es sieht
einfach zu komisch aus! Die Animateure tanzen und strippen was das Zeug hält, Hüte
werden geschickt verschoben, damit die wichtigsten Teile bedeckt bleiben aber
Tiger Lilly stiehlt allen die Show: Ein männlicher, etwas beleibter Gast im
Tigerkleid stürzt auf die Tanzfläche und strippt mit den Animateuren um die
Wette. Die Disco vibriert, so laut kreischen wir Ladies. Nach der Show werden
die ersten Männer, die reinkommen, von jubelnden Frauen bestürmt und ihrer
Klamotten entledigt. Später wird in der Disco fröhlich mit Wasser durch die
Gegend gesprüht, und es ist wieder eine lustige und unvergessliche Nacht. Gegen
3 Uhr ist diese aber für mich zu Ende, denn ich will schließlich noch eine
Woche durchhalten.
23.02.2000 Seetag
Ein weiterer Seetag
erwartet uns. Diesmal stehe ich trotz eines milden Katers früh auf, um Liegen
zu reservieren. Ich weiß, man sollte es eigentlich nicht tun, aber wenn sich
sowieso keiner daran hält... Ich bekomme meine Lieblingsliege und gehe erstmal
frühstücken. Gegen 10 Uhr bin ich zurück am Pool und döse dort ein bisschen
vor mich hin. Der Frühschoppen fängt wie immer gegen 11.30 Uhr an, aber dieses
Mal beteilige ich mich weder am Poolspiel, noch esse ich etwas am Buffet. Es ist
ein ziemlich heißer Tag; Die Luft steht förmlich. Für viele Leute heißt es
heute Abend Abschied nehmen, denn morgen müssen sie schon wieder zurück ins
verregnete Deutschland fliegen. Deshalb wird in beiden Restaurants ein köstliches
Abschiedsbuffet aufgetischt. Ich bin froh, daß ich noch eine Woche bleiben
kann! Wir gehen wie üblich ins Marktrestaurant, und anschließend sofort zum
Jackpot Bingo, wo wir leider wieder nichts gewinnen. Danach sehen wir uns die
Farewell Show im Theater, die recht traurig ist. Abschließend ist noch einmal
Poolparty, und wir feiern Abschied von vielen unserer Bekannten, die wir in der
ersten Woche kenenngelernt haben. Wir sind in guter Stimmung, schießen noch
reichlich Fotos, schreien gelegentlich "Asha Asha Natascha" und
"Bingo" und singen zu "Ich bin der Anton aus Tirol". Es ist
doch recht lustig, obwohl wir alle ein bisschen wehmütig dem Abschied entgegen
schauen. Die Crew feiert ihre eigene Abschiedsparty, denn cirka 27 Leute, die
zum Team gehören werden morgen ebenfalls von Bord gehen, u.a. DJ Torsten,
Animateur Holger und auch Flavio, der wohl nicht wieder aufs Schiff zurückkommen
wird. Deshalb ist in der Disco auch noch viel los und ich bleibe wieder fast bis
zum Schluß.
24.02.2000 Santo Domingo
Eigentlich wollen Nadine
und ich heute zusammen ausreiten, aber leider fällt der Ausflug aus. Das ist
mir aber ganz recht, denn so kann ich mal richtig entspannen und ausschlafen.
Gegen 12 Uhr mittags verlassen wir die AIDA,
um das Treiben im Hafen zu beobachten. Nadine ist verzweifelt auf der Suche nach
Postkarten (ich habe meine Karten zum Glück alle schon am Anfang der Tour
geschrieben) und muß schließlich welche an der Rezeption des Schiffes kaufen,
da es hier keine zu geben scheint. Ich sitze nur rum und warte auf die Leute,
die wir verabschieden wollen. Ich versuche einen Passagier, der neben mir sitzt,
nach Flavio auszufragen, da ich ihn mit einem Bekannten von diesem verwechsle.
Das ist mir dann auch äußerst peinlich, Nadine findet das allerdings zum
totlachen, da ich wirklich ständig die Leute verwechsle. Endlich kommen sie
alle, auf die wir warten: Timm, Axel, Angelika, Frank, Ralf... kommen
nacheinander aus dem Schiff, und wir verabschieden uns, versprechen in Kontakt
zu bleiben und warten auf die nächsten Gäste. Ich geselle mich zu Thomas und
Christine, die bei der Steelband sitzen. Diese gibt ein "Auf Wiedersehen,
bye bye" für die Abreisenden zum Besten. Wir unterhalten uns ein bisschen
und warten schon gespannt, wer wohl alles neu ankommen mag. Nachmittags ist es
dann soweit. Flavio, der nun von Bord geht, verabschiede ich noch herzlich.
Heute abend ist nicht viel los, und es wird auch kein Bingo gespielt. Wir sitzen
bis zu Beginn der Sail-Away-Show in der AIDA
Bar und gehen dann langsam an den Pool hinauf. Wir fühlen uns etwas verloren,
denn alle Leute, mit denen wir guten Kontakt hatten, sind nun weg. Am Pool ist
wenig los, denn die meisten sind vom Jet Lag total mitgenommen. Ich fasse es ja
immer noch nicht, daß wir in unserer ersten Nacht solange durchgehalten haben.
Nadine entdeckt Bekannte von der letzten Karibiktour, und auch Werner und Eva
haben schon ein Pärchen wiedergetroffen. Auf der AIDA
ist ein Wiedersehen wohl kaum Zufall sondern eher unvermeidbar! Ich gehe mal
wieder in die Disco hinauf, wo aber auch nicht viel los ist. Ein früher Abend für
mich...
25.02.2000 Seetag
Wir haben wieder einen
Seetag, und wie beim letzten Mal stehe ich früh auf, reserviere Liegen und gehe
frühstücken. Um 10.20 Uhr treffen wir uns zur erneuten Seenotrettungsübung,
die jede Woche stattfindet. Danach geht's wieder weiter mit einem Frühschoppen,
und diesmal esse ich auch was das Herz begehrt. Es beginnt ein Poolspiel: Wir
alle auf Deck 10 und 11 bekommen Luftballons in die Hand gedrückt. Diese sollen
wir aufblasen und dann damit eine Menschenkette bilden. Anschließend "dürfen"
wir auf die Poolbühne kommen und den Clubtanz tanzen. Den kann zwar niemand von
uns so richtig, aber dabei sein ist nunmal alles. Nachmittags gehe ich nochmal
zum Kennenlerntreff, bevor wir uns wieder zum Bingo begeben. Dort haben wir
schon wieder kein Glück. Ich sehe mir die Welcome Show an und ziehe anschließend
weiter in die Lambada Bar, wo eine prima Stimmung herrscht. Um 23.30 Uhr treffen
wir uns in der Disco zur Flirtparty, und diesmal ist dort der Bär los. Ich
bekomme wieder mal einen Brief, allerdings kann ich nicht ausfindig machen, von
wem er ist. Trotz der guten Stimmung bin ich doch ein wenig müde und beschließe,
etwas früher als sonst den Abend ausklingen zu lassen.
26.02.2000 Grenada
Heute habe ich eine
anstrengende Tour vor mir. Wir fahren durch Grenada, zu einem Kratersee; weiter
zu einem Punkt, wo ein Wasserfall im Regenwald herunterprasselt. Die kleine
Wanderung dorthin macht mir doch sehr zu schaffen, da es extrem heiß und schwül
ist. Aber es lohnt sich auf alle Fälle! Wir bekommen verschiedene Pflanzen und
die Vegetation erklärt. Es ist schon ein Naturerlebnis. Anschließend besuchen
wir noch eine Muskatnuß -und eine Rumfabrik. Dort wird heute überall nicht
gearbeitet, da es Samstag ist, aber es ist trotzdem interessant. Völlig
geschafft komme ich um 16.00 Uhr aufs Schiff zurück und mache mich sofort für
den Abend fertig. In der AIDA
Bar bietet uns heute der Shantychor (zusammengesetzt aus Crewmitgliedern) ein Ständchen.
Die Stimmung ist ausgelassen, und wir schunkeln alle zu bekannten
Seemannsliedern. In der Disco ist heute eine "Black & White Party"
angesagt. Wir tragen fast alle Schwarz, Weiß oder schwarz- weiß gemischt. Im
Verhältnis zu gestern ist nicht viel los, aber ich bleibe trotzdem bis ca. 2.00
Uhr.
27.02.2000 Trinidad
Was mich an Trinidad
besonders überrascht, ist, daß es recht modern aussieht. Häuser im
Kolonialstil sieht man allerdings noch überall. Aber es ist schon sehr
beeindruckend. Trinidad gehört - dank seiner Bodenschätze - mit zu den
wohlhabendsten Inseln der Karibik. Wir fahren durch die Stadt und besuchen eine
Steelband. Leider können wir sie nicht in ihrer Panyard (wo sie normalerweise
üben) besuchen, sondern müssen auf einen Club ausweichen. Der Grund: Auf
Trinidad läuft gerade der Karneval auf Hochtouren. Dieser ist in Trinidad
"geboren" und wurde von den Franzosen eingeführt. Wir lernen, wie die
Pans gemacht werden und auch etwas über die Geschichte der Steelbands.
Heutzutage kann eine Band bis zu 100 Mitglieder haben. Unglaublich! Es wird
getanzt, und es gibt auch einen Limbo Wettbewerb. Anschließend besuchen wir
noch den botanischen Garten, wo wir über die Pflanzenwelt informiert werden. Im
Queen's Park Savannah, an dem wir öfter vorbei fahren, herrscht Hochbetrieb.
Heute findet dort der große Steelband-Wettbewerb statt, und die Aufbauten sind
im vollen Gange. Karibik pur! Wir werden gewarnt, daß man besser nicht alleine
in die Stadt gehen und sämtlichen Schmuck zuhause lassen sollte. Es könnte
sein, daß man überfallen wird. Schade! Da aber heute Sonntag ist, haben die
meisten Geschäfte sowieso zu. Wir fahren am Kinderkarneval vorbei und machen
noch einen Fotostopp. Die Kleinen sind alle total süß verkleidet. Zurück auf
dem Schiff gehe ich mittags an den Pool, wo heute ein Movie - Quiz stattfindet.
Ich gewinne wieder nichts und mache mich langsam für den Abend fertig. Heute
steigt wieder eine Poolparty, und zwar die 70er Jahre Party. Wir bekommen Stirnbänder,
können uns bemalen lassen, und DJ Jörg spielt wirklich nur Songs aus den
70ern. Die Stimmung ist riesig. Es gibt Showeinlagen von Abba und Gesang vom
Showensemble. Natascha tanzt mit ihrer Gäste-Tanzgruppe einen einstudierten
Tanz, und wir sind wieder alle super gelaunt. Wir bleiben bis zum Schluß, wo
uns ein Lied besonders in Erinnerung bleiben wird: "Sperrstund' is"!
Nadine und ich kennen es nicht, aber finden es urkomisch. In der Disco ist dann
nicht mehr so tolle Stimmung, aber wir halten trotzdem noch eine ganze Weile
durch.
28.02.2000 Isla
Margarita
Isla Margarita hat einen
enttäuschenden Hafen zu bieten. Rundherum gibt es rein gar nichts, und man muß
eine ganze Weile fahren, bis man jegliches Lebenszeichen entdeckt. Auch
ansonsten scheint auf der Insel nicht viel los zu sein. Sie wurde 1498 entdeckt
und gehört zu Venezuela. Wir fahren auf den Markt, wo ich persönlich weder
Fisch noch Fleisch kaufen würde. Weiter geht es zu einem kleinen
Einkaufsviertel, extra für Touristen gebaut, wo man sich mit Perlen eindecken
kann. Isla Margarita bedeutet übersetzt: Die Perleninsel. Die Perlen sind recht
günstig, doch ich kann kaum glauben, daß sie wirklich alle echt sein sollen,
obwohl es mir mehrmals von verschiedenen Leuten bestätigt wird. Ich halte einen
Papagei, der dort rumsitzt auf dem Arm, und mir ist recht mulmig, denn er hat
schon ein paar Mal nach Leuten geschnappt. Nach cirka 45 Minuten geht es weiter
zu einer Farm. Es gibt nur 3 Farmen auf Isla Margarita, allerdings scheint es
mehr ein Zoo zu sein. Es tummeln sich Affen, Rehe, sämtliche Vogelarten,
Schlangen und Rieseninsekten wie Hundertfüßler (die eher wie Tausendfüßler
aussehen) und Vogelspinnen in sämtlichen Gehegen. Wer möchte, kann sich eine
Boa Constrictor um den Hals legen lassen, was ich auch tue. Bei der Vogelspinne
passe ich allerdings. Leider regnet es heute, und es ist ein heftiger, länger
anhaltender Regen, der zwar erfrischend ist, aber man wird doch klatschnaß. Wir
bekommen Früchte serviert und sind trotz des Regens guter Dinge. Weiter geht's
zu einem Strand, und wir sitzen alle an der Strandbar und warten, daß es zurück
aufs Schiff geht. Was sollen wir da auch bei diesem Wetter?! Abends geht es an
Bord weiter mit einer Schlagerparty. Danach besuchen wir noch die Steelband in
der Lambada Bar, und letztendlich endet der Abend wie immer in der Disco.
29.02.2000 Aruba
Ich bin begeisert! Aruba
ist eine wunderschöne, wenn auch teure Insel. Die bunten Häuser sehen aus, als
wären sie dahingemalt und aus einem Märchen. Ich habe die Tour "Zu Wasser
und zu Land" gebucht. Wir fahren erst zur Casibari Felsformation, eine
originale Steinformation, die angeblich schon von Indianern bewohnt wurde. Wir
klettern hinauf und können bis zu 85% der Insel sehen. Danach geht es weiter
zur St. Anna Kirche, eine sehr schöne Kirche mit einem auffällig bunten und
sehenswerten Friedhof. Weiter geht's zum Holiday Inn Pier. Der Strand ist leider
etwas mit Hotels und Time Share Hotels zugebaut, aber ansonsten ist er trotzdem
wunderschön. Von dort aus fahren wir mit einem Boot hinaus zur "Seaworld
Explorer", einer Semi-Submarine. Wir klettern in den Rumpf, und fahren
unter Wasser um ein deutsches Schiffswrack, das größte der Karibik. Es ist zu
einem Korallenriff geworden, und es tummeln sich Fische in allen möglichen
Formen und Farben um das Wrack herum. Was für ein schöner Anblick! Wieder an
Land geht es weiter zur Natural Bridge, einer Felsformation, die tatsächlich
wie eine Brücke aussieht. Aruba hat ein sehr trockenes Klima und soweit das
Auge reicht, sieht man Kakteen. Die Insel ist holländisch geprägt. Ein sehr
teures Pflaster und auch recht amerikanisiert. Wir dürfen in Oranjestadt, der
Hauptstadt, aussteigen und noch ein bisschen bummeln gehen. Es ist einfach
herrlich; hier könnte ich auch leben. Ich komme gegen 18.30 auf das Schiff zurück
und mache mich für den Abend fertig, wo uns heute ein "Liederabend"
in der Lambada Bar erwartet. Dieser entpuppt sich als eine recht seltsame
Angelegenheit. Die Lieder (polnische und französische) hat noch kein Mensch gehört...
Wir gehen im Anschluß zur Disco, wo heute mal eine richtig gute Stimmung
herrscht. Bald heißt es schon wieder Abschied nehmen…
01.03.2000 Seetag
Unser letzter Seetag, und
heute steht mir noch etwas besonderes bevor: Um 10 Uhr darf ich, ausnahmsweise,
den Maschinenraum besichtigen, der normalerweise für Passagiere Sperrzone ist.
Aber da ich bei einer Firma arbeite, deren Maschinen an Bord genutzt werden,
wird einmal eine Ausnahme gemacht. Es ist schon Wahnsinn dort unten; sehr laut
und sehr heiß, und man kann sich gar nicht vorstellen, daß mit Hilfe dieser
ganzen Apparatur alles vom Control Room gesteuert werden kann. Nach einer halbstündigen
Tour durch den Maschinenraum, wofür ich mich recht herzlich bei dem Chief
Engineer bedanke, gehe ich zum Pool, wo es mal wieder heißt: Auf zum Frühschoppen!
Ich sitze bei Thomas und Christine, die noch zwei Wochen bleiben (insgesamt 4
Wochen!) und bin schon recht neidisch auf sie. Wir trinken Freibier und reißen
unsere Scherze. Als ich allerdings zum singen von der Steelband aufgefordert
werde, ergreife ich die Flucht! Ich lege mich mittags noch ein wenig hin, packe
schonmal ein bisschen und los geht es zum Abschiedsbuffet und zum Jackpot Bingo.
Wir schaffen es zwar diesmal bis zur Brücke und zur Palme, aber wir gewinnen
leider wieder nichts. Anschließend gehen Nadine und ich sofort zur
Abschiedsshow ins Theater, wo mir schon die ersten Tränen in die Augen schießen.
Es sollen nicht die letzten sein. Noch eine letzte Poolparty und ein letzter
Abend in der Disco, wo wir alle etwas bedrückt rumsitzen. Bar Supervisor Roman
gibt mir noch einen Drink aus, und ich beschließe, gegen vier Uhr ins Bett zu
gehen. Da meine gepackten Koffer schon vor der Tür stehen, brauche ich mich um
nichts mehr zu kümmern.
01.03.2000 Abreise
Gegen 8 Uhr stehen wir auf,
da wir bis um 10 Uhr die Kabine verlassen müssen. Wir packen die restlichen
Sachen zusammen, und ich gehe erstmal an der Rezeption meine Rechnung bezahlen.
Das Geld hat gerade so gereicht! Mit Handgepäck beladen gehen wir zum letzten
Mal frühstücken und holen danach unsere Pässe ab. Die Stimmung ist bedrückend.
Ich gehe hinunter, um mit den Koffern schon mal einzuchecken, und danach gehen
wir nochmal kurz an den Pool hinauf, obwohl wir eigentlich keine große Lust
mehr haben, uns in die Sonne zu legen. Ich trinke einen letzten Tagescocktail an
der Poolbar, der ironischerweise "Welcome to AIDA"
heißt, verabschiede mich von mehreren Leuten, die mir über den Weg laufen und
ziehe weiter, in die AIDA
Bar, wo ich Nadine treffe und wir uns einen Drink genehmigen. Mittags gehen wir
nochmal was Essen und verlassen dann gegen 14 Uhr das Schiff. Ich geselle mich
noch ein wenig zu Thomas und Christine, die wieder mal bei der Steelband sitzen,
bekomme gleich ein Bier in die Hand gedrückt, und schon laufen die nächsten Tränen.
Ich würde auch gerne noch 2 Wochen bleiben! Die Zeit scheint einfach
davonzurennen. Bald ist es kurz vor 15.00 Uhr, und ich werde mit einem "Auf
Wiedersehn, bye bye" herzlich verabschiedet. Jetzt gibt´s für mich kein
Halten mehr; ich steige in den Bus und bin total am Heulen. Dieser Urlaub war
wirklich klasse! Am Flughafen angekommen geht alles recht schnell... Wir
versammeln uns alle nochmal im Café, wo wir eine zeitlang in fröhlicher Runde
beisammen sitzen. Natascha ist auch mit dabei. Sie wartet auf die neuen Gäste.
Der erste Flieger nach Köln geht pünktlich weg, und ich verabschiede mich
herzlich von Nadine. Wir sollen eigentlich um 19.30 Uhr fliegen, aber der Flug
hat eine Stunde Verspätung. Wir Frankfurter sitzen also noch bis gut 20.00 h im
Flughafengebäude. Aber mit Unterhaltung geht auch diese Zeit im Nu vorbei. Die
neun Stunden Flug verbringe ich hauptsächlich mit Schlafen. Es war ein
wunderschöner, fast zu traumhafter Urlaub, den ich nie vergessen werde, und ich
sage immer noch: AIDA
AIDA,
ich komme WIEDA! Ich weiß zwar noch nicht wann, aber bestimmt bald!
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am :12 August 2001 14:19