AIDA |
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Hier jetzt die detaillierte Beschreibung meiner letzten Reise :
Am 30. Juli 1999 starte ich meine vierte Tour mit der CS AIDA. Zwei wunderschöne Wochen Kreuzfahrt durchs westliche Mittelmeer mit meinem Traumschiff liegen vor mir. Zuvor hab ich schon eine Woche Badeurlaub in Colonia St. Jordi auf Mallorca gemacht. Nun bin ich bestens vorbereitet auf die AIDA : Braun gebrannt, gut erholt und voller Vorfreude. Nach einem einstündigen Taxitransfer vom Hotel zum Hafen kann ich leider noch nicht an Bord gehen. Check-in ist erst um 16. 00 Uhr. Drei Stunden warten sind angesagt. Diese gehen aber verhältnismäßig schnell um da man schon mal Kontakte zu den anderen früher angereisten Gästen knüpfen kann. Endlich : Check-in in der Hafenhalle von Palma. Ich stehe ganz vorne in der Schlange. Es hat also doch einige Vorteile, wenn man früher ankommt. Ich nehme meine Bordkarte in Empfang. Diese dient als Ausweis an der Gangway, wenn ich das Schiff verlassen will, als Zahlungsmittel an Bord und als Kabinenschlüssel. Nach einem überschwänglichen Empfang durch Clubchef Ernie gehe ich an Bord und suche erst mal meine Kabine auf Deck 4 auf. Eine Innenkabine habe ich gebucht, denn wozu brauche ich eine Kabine mit Fenster, wenn ich sie doch sowieso nur zum schlafen, duschen und umziehen nutze. Dann ist mir nach einem kühlen Cocktail, und wo kann man das bequemer schlürfen als an der Sternen - AIDA - Bar?! Zuvor steht aber noch das Landausflüge buchen auf dem Programm. Am Abend genieße ich mein erstes Abendessen im Karibikrestaurant. Panoramablick aufs Meer und ein reichhaltiges Buffet - was will man mehr. In der AIDA - Heute, der Bordzeitung, die man jeden Abend an seiner Zimmertür vorfindet, inspiziere ich das Abendprogramm. Na das fängt ja gut an: Welcome-Drink und Sail-Away-Show auf dem Pooldeck und im Anschluss gleich die erste Poolparty. Die Poolparty wird ein voller Erfolg. Es gibt kaum jemanden, der nicht das Tanzbein schwingt oder der nicht gut drauf ist. D. J. Jörg heizt uns ordentlich mit aktuellen Hits wie "Mambo No. 5" und "Mamboleo" ein. Um 1.00 Uhr geht die Fete dem Ende zu und die wirklichen Partytiger steigen singend die Treppen zum Arkona-Club, der Disco auf Deck 11 hoch, um die Nacht dort durchzutanzen. Ich bin natürlich auch unter ihnen. In dieser Nacht lerne ich die witzigsten und nettesten Leute vom ganzen Schiff kennen, unter ihnen Birgit und Corinna, zwei Schwestern aus Hessen. Corinna feiert um Mitternacht in ihren Geburtstag hinein - da kommt Stimmung auf! Barmanager Thomas schnappt sich zwei Flaschen Sekt, animiert die 10-15 Leute die noch übriggeblieben sind zu einer Polonaise, und ab geht's runter in den Pool. Mit lautem Gekreisch versuchen die Mädels zu entkommen, die es noch nicht erwischt hat. Was für eine Nacht. . . Der nächste Morgen ist ein Seetag, und dieser beginnt gleich mit der obligatorischen wöchentlichen Seenotrettungsübung. Auf ein Signal hin erscheinen (fast) alle Passagiere und Crewmitglieder mit Rettungswesten an ihren Sammelplätzen. Ein Sicherheitsoffizier ruft die Kabinennummern der Gäste auf und streicht alle Anwesenden von einer Liste. Dann werden uns einige Sicherheitsbestimmungen mitgeteilt und schon werden wir wieder an den Pool entlassen. Dort herrscht ein Riesenauftrieb. Kein Wunder bei über 1000 Passagieren. Ich habe, wie fast alle Wiederholungstäter (so nennt man die Leute, die zum zweiten Mal oder öfter an Bord sind), einen Liegestuhl reserviert. Zwar wird immer wieder darauf hingewiesen, daß das nicht gestattet ist, aber gegen dieses Verbot sind nun mal die meisten Gäste immun. Also, warum soll ich mich von denen durch Gehorsam abheben ? Um 12.00 Uhr gibt es einen Frühschoppen am Pool und ein paar lustige Poolspiele, bei denen ich natürlich mitmische. Ich mache schließlich Cluburlaub! Danach mache ich einen Ausflug zum Fitnessfelsen - natürlich nur um zu testen, ob die Stepper genauso funktionieren wie zu Hause im Fitnessstudio. Zwanzig Minuten steppe ich dann allerdings doch. Damit habe ich auch genug Sport für die nächsten zwei Wochen gemacht. Nachmittags präsentiert das Animationsteam den "längsten Strudel des westlichen Mittelmeers". Hmmm. . . lecker lecker! Der Abend beginnt für mich mit dem einzigartigen, unvergleichlichen Aktionsbingo. Wir sitzen um den Fitnessfelsen herum, brüllen wie die Verrückten "Ascha Ascha" "Buh", "Super Matze" und tanzen den "Boom Klack Klack"-Tanz, während wir fleißig die richtigen Zahlen auf unseren Scheinen ankreuzen. Das muss man erlebt haben! In der AIDA - Bar spielt die Bordband "Albatros". Ich bin spontan von den Songs die sie bringt begeistert und es zieht mich sofort auf die Tanzfläche. Pünktlich um 23. 30 Uhr gehe ich mit Birgit, Corinna und Co hoch zum Arkona-Club. Die ultimative CS AIDA - Flirtparty darf man auf gar keinen Fall verpassen. Am Eingang zur Disco lassen wir uns alle ein rotes Herz mit einer Nummer von Animateur Gerard aufkleben. Dann geht's hinein ins Getümmel, und wir warten nun darauf, daß uns jemand kennenlernen möchte. Das möchten so einige, aber nicht per Briefchen, wie es vorgesehen ist, sondern doch lieber direkt. Ich bin enttäuscht. . . den ganzen Tag hatte ich von den vielen Briefchen geträumt, die ich am Abend bekommen würde. Und nun diese Flaute. Schließlich erbarmt sich Michi, den ich bereits kenne, und schreibt mir das begehrte Briefchen. Mir geht's gleich besser. Der Abend wird noch reichlich lang und wir lernen noch viele Leute kennen. Doch wer schließlich mit wem, wie lange und warum. . . und mit wem ich. . . das soll doch ein Geheimnis bleiben. Endlich Sonntag - endlich der erste Inselausflug. Die AIDA liegt im Hafen von Olbia/Sardinien. Früh am Morgen beginnt meine Tour zu den Maddalena-Inseln. Mit dem Bus starten wir unsere Landschaftsfahrt entlang der Costa Smeralda nach Baia Sardinia. Dort haben wir einen kurzen Aufenthalt. gerade mal lang genug zum Kartenkaufen. Wir steigen dann auf ein Motorboot um, mit dem wir entlang der Insel Maddalena und der kleinen Nebeninseln fahren. Dann geht's zu der Insel Spargi, wo wir sonnen, schwimmen und faulenzen können. An Bord des Bootes wird schließlich eine Spaghetti-Party gefeiert. So ist es uns zumindest versprochen worden. Leider entpuppen sich die Spaghetti nur als Penne, in denen man Fischköpfe, Shrimpsfühler und sage und schreibe eine Muschel findet. Ich muss zugeben, ich bin enttäuscht. Von diesem Ausflug hätte ich mehr erwartet. Zudem ist die Atmosphäre an Bord recht steril: Keine Musik, keine gute Stimmung. Manche Leute holen den fehlenden Schlaf der letzten Nacht nach. Ich natürlich nicht ! Ganz ehrlich. . . An diesem Abend schaue ich mir die Welcome-Show im Theater an. Das gesamte Team wird vorgestellt und das Stella-Showensemble bietet uns die ersten Kostproben seines Könnens. Gutgelaunt feiern wir im Anschluss in der AIDA - Bar eine Schlagerparty, bei der wieder mal ordentlich abgetanzt wird. Ein feuchtfröhlicher Abend, der an mir nicht spurlos vorübergegangen ist. . . Die Quittung erhalte ich am nächsten Tag. Früh morgens startet der Bustrupp von Livorno/Italien aus zu der absoluten Perle der Renaissance: Florenz. Ich sitze im Bus, schaukle zweieinhalb Stunden vor mich hin und mir ist schlecht. Aber ich ertrage es mit Fassung. Florenz ist wirklich sehr sehenswert. Wir bewundern die Kirche Santa Croce, gehen über die berühmte Piazza del la Signoria, sehen die wunderschöne Brücke Ponte Vecchio, die über den Arno führt, besichtigen die Kathedrale Santa Maria del Fiore und werden durch das Bargello-Museum geführt, wo wir das ein oder andere Kunstwerk von Michelangelo zu Gesicht bekommen. Danach ist es Zeit für ein typisch toskanisches Mittagessen und für ein bisschen Freizeit, um sich die Stadt noch ein wenig auf eigene Faust anzusehen. Als wir zurück nach Livorno fahren ist mir schon wieder wohler zumute. Abends spielt wieder einmal "Albatros" in der Bar. Ich lasse es mir nicht nehmen, der Band zuzuhören und ein bisschen zu tanzen. Später findet ein Volleyballmatch auf dem Pooldeck statt: Animateure gegen Gäste. Birgit, Corinna und ich sitzen in der ersten Reihe und zeigen, daß wir beim Bingo gut aufgepasst haben. "Buh Mustafa" und "Super" jubeln wir den Animateuren zu. Die Nacht wird wie üblich in der Disco fortgesetzt. St. Tropez - wir kommen! Und das tun wir im wahrsten Sinne des Wortes. Über 1000 AIDA - Passagiere gehen am Dienstagmorgen von Bord. Wer wie ich nicht in dem hübschen Ort der Reichen und Berühmten bleiben möchte, macht vielleicht ebenfalls einen Ausflug ins Fürstentum Monaco. Wieder müssen wir eine zweistündige Busfahrt in Kauf nehmen, aber Monaco ist jeden Kilometer den wir zurücklegen müssen wert. Dort angelangt kommt man per Aufzug zunächst in den alten Teil des Fürstentums, der sich auf einem Felsen befindet. Was sowieso sehr lustig ist : In Monaco gibt es überhaupt keine Treppen. Man erreicht alles mit dem Fahrstuhl oder per Rolltreppe. Luxus pur! Zu Fuß kommen wir vorbei am ozeanographischen Museum, an der Kathedrale und am fürstlichen Palast. Um 12. 00 Uhr erleben wir dort einen Wachwechsel. "Das ist ja wie in London!" schießt es mir durch den Kopf. Schon ist es wieder Zeit für unser Mittagessen. Wie die Zeit doch verfliegt! Zum Abschluss dürfen wir unser Glück in dem berühmten Spielcasino von Monte Carlo probieren. Und wie könnte es anders sein: Aus hundert Mark machte ich dreihundert. Was für ein Erfolg! Diesen Abend ist eine große 70er-Jahre-Party auf dem Pooldeck angesagt. Zuvor findet eine Malaktion statt, bei der die verkleideten Animateure die Passagiere mit Blumen, Herzen und anderen Kunstwerken verzieren. Und dann geht die Party los. Alle die gut drauf sind sprinten auf das Tanz-Volleyballfeld und machen bei den AIDA - Clubtänzen mit. "Hands up" und "YMCA" tanzen die Animateure vor, und es ist gar nicht schwer, sie nachzuahmen. Mit einer Riesenpolonaise geht es weiter. "Horray Horray - it's a holi-holiday" ertönt es aus den Lautsprechern. Rauf geht's auf Deck 11, dann wieder runter aufs Pooldeck, wir hüpfen auf einem Bein, fassen den Vordermann um den Bauch. Die Stimmung steigt und steigt. Alles was Beine hat tanzt, feiert und genießt die Urlaubsstimmung. Viva Barcelona! Wir sind endlich angekommen! Die Stadt präsentiert sich mir grau in grau und sehr zugebaut und doch so überwältigend. Besonders heben sich die Kathedrale und das berühmte Aquarium hervor. Auf die Stadtrundfahrt bin ich sehr gespannt. Sie geht dieses Mal erst mittags los, so daß ich erst mal ausgeschlafen habe. Mit dem Bus geht es zum Berg Montjuic, von dem aus man einen grandiosen Blick über die ganze Stadt hat. Dann bekommen wir die Sagrada Familia zu sehen. Ein Werk von Antonio Gaudi. Mit dem Bau wurde im Jahre 1882 begonnen. Weiter geht es zur Plaza de Catalunya und durch die gotischen Viertel der Stadt. Zu guter Letzt besichtigen wir noch die Kathedrale. Unser Reiseleiter empfiehlt uns, am Abend über die Ramblas, das quirlige Herzstück der Stadt zu schlendern. Dazu bleibt ja noch genug Zeit, denn Abfahrt von Barcelona ist erst um zwei Uhr nachts. Ich entschließe mich trotzdem, am Abend an Bord zu bleiben. In der Bar findet ein Casino-Abend statt. Birgit verspielt ein paar Mark beim Roulette ohne etwas zu gewinnen und ich leiste ihr Beistand. In Monte Carlo habe ich fürs Erste genug gespielt. Um zwei Uhr stelle ich mich an die Reling von Deck 11 und genieße die Ausfahrt aus dem Hafen. Der Blick über die Stadt ist ein Traum. Alles ist hell erleuchtet und aus den Lautsprechern der AIDA ertönt ein Abschiedssong von Barcelona. In der Disco geht die Nacht munter weiter. Ibiza - die Insel der jungen Wilden! Von dieser Insel habe ich nie konkrete Vorstellungen gehabt. Nur, daß dort das pure Leben tobt habe ich schon sehr oft gehört. Die Hafeneinfahrt am frühen Nachmittag gefällt mir schon mal sehr gut. Es ist nicht alles so zugebaut wie auf vielen anderen Inseln. In Ibiza-Stadt - oder auch Eivissa - ist natürlich der Bär los. Hier reiht sich Kneipe an Kneipe, Straßencafe an Straßencafe , Geschäft an Geschäft. Mir gefällt der Trubel, aber lange kann ich ihn nicht miterleben, da ich eine Tour zum Strand gebucht habe. Mit dem Bus fahren wir erst mal nach Es Canar. Ein kleiner Ort mit sehr belebtem Strand, wo wir in einer Straßenkneipe ein Erfrischungsgetränk bekommen. Weiter geht die Fahrt nach Santa Eulalia. Dort können wir uns zwei Stunden lang am Strand aufhalten. Ich bereue die Tour ein wenig. Der Strand ist zwar sehr schön, aber lieber hätte ich im Nachhinein ein bisschen mehr von der Stadt gesehen. Dazu komme ich dann glücklicherweise am Abend noch. Mit den Animateuren Sirous und Gerard verabrede ich mich an der Pier und wir ziehen gemeinsam zweieinhalb Stunden durch Ibiza-Stadt. Die Zeit ist natürlich viel zu kurz, da auf Ibiza gerade das Nachtleben interessant ist. Aber nichts hilft; um 22. 00 Uhr müssen wir zurück an Bord sein. Ich komme sicher irgendwann noch mal wieder! Es ist Zeit, die Gäste, die uns am nächsten Tag verlassen müssen, zu verabschieden. Auf dem Pooldeck präsentiert unser Showensemble "Time to say goodbye". Ich muss noch nicht traurig sein, wie fast 800 andere Gäste, für die der Urlaub morgen beendet ist, denn ich gehe ja noch mit in die zweite Runde. Gottseidank! Wenn ich jetzt schon nach Hause müsste, das wäre wirklich schade. Der Abend klingt mit einer Poolparty aus. Es wird noch mal getanzt und gelacht und der ein oder andere busselt im Rausch der Gefühle Animateure und sämtliche Passagiere zum Abschied ab. Während der Großteil der Passagiere die AIDA verlässt, um nach Hause zu fliegen, mache ich eine Stadttour durch Palma. Facetten der Stadt nennt sich der Ausflug. Beeindruckend! Besonders positiv überrascht bin ich von dem zweistöckigen Markt Olivar, speziell vom Fischmarkt. Nicht, daß meine Leidenschaft tote Fische sind, aber was es dort alles für verschiedene Fische gibt. Ich kann mir gerade Mal den Namen von fünf Fischsorten merken, doch hier gibt es Hunderte. Und das Beste am Ganzen: Es stinkt noch nicht mal! In der Kakao-und Kaffeestube C'an Joan De S'aigo lassen wir uns häuslich nieder. Der Kakao hier ist wirklich etwas ganz Besonderes: cremig und dickflüssig, ganz anders als ich ihn kenne. Lecker lecker ! Das muss man probiert haben! Auf die Kathedrale von Palma hat man schon von der AIDA aus einen wunderschönen Blick. Nun ist es an der Zeit, sie von innen zu besichtigen. Anschließend können wir noch gemütlich durch Palmas Altstadt schlendern, und wer will kann natürlich auch ein bisschen shoppen. Der Nachmittag bricht an und die neuen Gäste kommen an Bord. Sie werden erst mal neugierig unter die Lupe genommen. Am Abend gehen wir zu fünft im Maritim, dem Menürestaurant der AIDA essen. Das Essen kann sich wirklich sehen lassen, und es ist auch einmal schön, sich nicht selber bedienen zu müssen, sondern bedient zu werden. Das Abendprogramm verläuft ähnlich wie letzte Woche. Zuerst werden die Neuankömmlinge begrüßt und dann steigt eine Poolparty, bei der man natürlich auch wieder nette Leute kennenlernt. Der nächste Seetag ist ähnlich strukturiert wie der Erste in der vergangenen Woche. Das ist auch gut so, denn die neuen Gäste müssen sich erst mal akklimatisieren, und sie sind natürlich schon gespannt darauf, ihre Mitreisenden kennenzulernen. Die ersten Kontakte werden schnell geknüpft: Beim Planschen im Whirlpool, beim Clubtanz erlernen in der AIDA-Bar, beim Stepp-Aerobic am Fitnessfelsen, und und und. . . Die Einfahrt nach Malta am Sonntagmorgen ist imposant. Das Stadtgebiet der Hauptstadt Valletta umgibt den Grand Harbour genannten Hafen fast vollständig. Die Ortsteile liegen oberhalb des Meeres auf rot-gelben Felsen. Fast auf jeder Klippe befindet sich ein Fort, eine Bastion oder eine Kanonenstellung. Mein Achtstundenausflug mit dem Katamaran geht schon früh morgens los. "Spirit of Malta" nennt er sich. Er ist groß genug für die circa 60 Tourteilnehmer. Mit Partymusik und viel guter Laune segeln wir zu der kleinen Insel Comino. Unterwegs passieren wir viele kleine Buchten und machen einen Badestop an der sogenannten "Blauen Lagune". Hier lädt das kristallklare und tiefblaue Wasser nur so zum Baden ein. Vom Katamaran aus springt man ins Wasser, schnorchelt oder genießt einfach nur die warme Sonne. Selbst die Taucher der AIDA-Tauchbasis hat es hierher verschlagen. An Bord gibt es während der Rückfahrt ein ausgezeichnetes Buffet und unter Deck wird ausgelassen getanzt. Fünf Sterne von mir für diese astreine Funtour! Der Abend bietet uns mal etwas ganz anderes : Karaoke in der Lambada-Bar. Direkt nach dem Bingo belagern wir dort die besten Plätze. 14 Teilnehmer haben sich gefunden. Die einen sind grottenschlecht, andere sind dafür umso besser. aber eines haben sie alle gemeinsam: Jede Menge Mumm, sich auf die Bühne zu stellen und eine Show vor einem grandiosen Publikum abzuziehen. Dafür bekommt jeder von ihnen die ultimative AIDA-Rakete: 1. Stufe - Fußgetrampel, 2. Stufe - tosender Applaus, 3. Stufe - Arme hoch und. . . hossa ! Laola lässt grüßen. . . Bis ein Uhr nachts zieht sich die Show hin, und danach geht's weiter. . . natürlich, in der Disco! Sizilien möchte ich lieber aus meinen Erinnerungen streichen. Das hat weniger mit der Insel selbst zu tun als mit den persönlichen Erfahrungen, die ich dort mache Schon im Bus geht der Alptraum los. In der Reihe hinter mir kann so ein Spezialist sämtliche Cocktails (und was weiß ich was), die er am Abend zuvor getrunken hat, nicht mehr bei sich behalten. Da wir uns auf einer Fahrt ins Landesinnere befinden gibt es nirgendwo eine Möglichkeit, das Malheuer zu beseitigen. Also heißt es ausharren. Bei sagenhaften 45 Grad Celsius besichtigen wir die 7000 Jahre alten Felsenwohnungen in der Grotte del la Gurfa und machen auch noch eine "kleine" Bergaufwanderung um einen Panoramablick über die Madonie-Berge genießen zu können. Um die Mittagszeit kehren wir in der Villa Dafne ein, wo es Speisen aus eigenem Anbau und nichts außer Wein und abgestandenem Wasser gibt. Über die Speisen möchte ich mich hier lieber nicht auslassen, genauso wenig über die Ricottaherstellung. Wer schon mal Ricotta gegessen hat, kann mich vielleicht verstehen. . . Auch die Rückfahrt nach Palermo soll nicht weniger abenteuerlich verlaufen. Mitten auf einer Straße darf man noch einen soeben Überfahrenen betrachten, der gerade abgedeckt wird. Zurück auf dem Schiff muss ich die Erlebnisse erst mal verarbeiten. An diesem Abend steht nichts Besonderes auf dem Programm. Selbst im Theater findet heute nur eine Kinder-und Jugendshow statt, an der ich persönlich nicht viel Interesse habe. Mit ein paar Freunden verbringe ich einige Zeit in der AIDA-Bar, wo die Animateure ein paar Lieder zum Besten geben. Irgendwann verziehen wir uns in die Disco wo wir bis zwei Uhr nachts abtanzen. Dass wir am Montag nicht so lange durchgehalten haben hat einen speziellen Grund! Am Dienstag müssen wir früh auf den Beinen sein. Ein langer Tag in Rom ist angesagt. Eine lange Buskollonne bringt uns in die Hauptstadt Italiens. Mit meinen Eltern, einem befreundeten Ehepaar und dessen Tochter ziehen wir dort auf eigene Faust los. Das erweist sich als stressfreier und wir können selber entscheiden, was wir uns ansehen wollen und was wir uns sparen können. Der Petersdom, die Brücke der Engel, die Piazza Venezia, die spanische Treppe und der Trevi-Brunnen gehören zu unserem Pflichtprogramm. Das muss man gesehen haben ! In einem hübschen Straßenrestaurant bekommen wir ein fantastisches italienisches Mittagessen. Danach ziehen wir weiter durch Rom, gehen auch durch die kleinen Gässchen der Stadt und setzen uns hin und wieder in ein Cafe. Leider vergeht die Zeit mal wieder viel zu schnell und schließlich bleibt uns nicht mal mehr Zeit mit einem Taxi zum Kolosseum zu fahren. Über die Hauptgeschäftsstraße mit ihren vielen teuren Designerboutiquen schlendern wir zurück zum Treffpunkt unserer Gruppe. Um am Abend noch etwas von Roms Atmosphäre aufrechtzuerhalten feiern wir auf dem Pooldeck eine riesige Togaparty. Alle die Lust haben lassen sich von den Animateuren in Bettlaken einwickeln, bis sie Ähnlichkeit mit den alten Römern haben. Wer genug Fantasie hat, bindet sich selber eine Toga und hat die Aussicht darauf, später von einem Ausschuss als "Miss oder Mr. Toga" gewählt zu werden. Mit soviel Ideenreichtum kann ich leider nicht dienen. Meine Toga will einfach nicht halten oder sie sitzt so eng, daß ich kaum noch laufen kann. Da lasse ich mir doch lieber von Tänzer Dwight helfen. Endlich sitzt meine Toga so halbwegs. Die Show geht los : Clubchef Ernie marschiert als Cäsar ein, baut sich auf Deck 11 auf und liest von einer Papierrolle vor: "Agricula arat - Puella cantat! Bello Gallicum. . . die bellende Galle! " Das Volk auf Deck 10 tobt. Ernie spielt seine Rolle wieder fabelhaft. Verkleidet als Kleopatra wird ein Tänzer vom Showensemble auf einer Sänfte herbeigetragen. . . Chefanimateur Udo wird an den Galgen verbannt. . . wir amüsieren uns köstlich! Dann tanzt das Showensemble auf dem Pooldeck um uns so richtig auf den Abend einzustimmen. Aber das sind wir längst. Es wird getanzt, wir versuchen uns mit Sirtaki und Squaredance ( wenn das auch wieder nicht nach Rom passt - Spaß macht es allemal ), und eine Polonaise darf natürlich auch nicht fehlen. Um Mitternacht habe ich Geburtstag, meinen dreiundzwanzigsten. Der D. J. unterbricht die Musik und sowohl Crew als auch Passagiere bringen mir unterm Sternenhimmel ein Ständchen. Ich werde von allen Seiten umarmt, abgebusselt und mit Luftschlangen eingewickelt. Schließlich darf ich den ersten Walzer des Tages tanzen. Wir feiern was das Zeug hält, in der Disco geht es erst so richtig los. Eine unvergessliche Nacht war das! Auf Korsika mache ich gar keinen Ausflug. Um 12.36 Uhr kann man vom Pooldeck aus herrlich die Sonnenfinsternis beobachten. Wenn es auch nur 80 % von der Sonne sind, die der Mond bedeckt, es ist doch ein faszinierendes Naturschauspiel. Den Nachmittag verbringe ich am nahen Strand. Besonders schön ist dieser nicht. Um an einen schönen Strand zu kommen hätte ich wohl weiter rausfahren müssen. Der vorletzte Abend auf der AIDA bringt noch ein Highlight mit sich: Die berühmte Ladies-Night im Arkona Club. Die Disco ist so voll wie selten. Eine Stunde lang sind nur Frauen zugelassen - allerhöchstens verkleideten Männern wird Eintritt gewährt. Einige Jugendliche machen sich einen Jux daraus und erscheinen in Frauenklamotten. Und dann beginnt die Show. Animateur Gerard strippt als erster. . . wir Frauen grölen und kommen gleichzeitig aus dem Lachen nicht mehr heraus. Gerard hat es echt drauf! Dann strippt noch mal Gerard, allerdings zusammen mit den Animateuren Sirous und Udo. Die Ladies rennen reihenweise zum jeweiligen Objekt ihrer Begierde und stecken ihm Spielgeldscheine in den Tanga. Zuletzt kommt das "Sahnestückchen" unter den Strippern: Tänzer Dwight. . . mein Togabinder. Er hat's total drauf, bewegt sich schlangenhaft und heizt uns alle an. Eine Frau sucht er sich aus dem Publikum heraus und lässt sich von ihr das Hemd ausziehen. Eine andere macht sich an seiner Lackhose zu schaffen. Was für ein Vergnügen! Als die Show vorbei ist wird noch eine Frau ausgelost, die am nächsten Tag mit ihrem Strip-Favoriten im Maritim essen gehen darf. Die glückliche Siegerin entscheidet sich natürlich für Dwight. In der Disco geht's mit Musik weiter, es lässt sich aber nicht so gut tanzen, da wir heute zu ersten Mal einen nicht sehr angenehmen Seegang haben. Aber nur keine Sorge: Kotztüten liegen überall bereit. . . Am letzten Seetag ist bei mir irgendwie die Luft raus. Wenn ich schon daran denke, daß ich am Abend packen muss, vergeht mir alles. Ich döse auf dem Pooldeck vor mich hin und schaue bei den Poolaktionen zu, aber ansonsten hat mich schon ganz schön die Abschiedsstimmung ergriffen. Am Abend: Zum letzten Mal im Marktrestaurant essen, zum letzten Mal Bingo spielen und zum letzten Mal in der Lambada-Bar einen Cocktail schlürfen. Wir sind mittlerweile alle etwas traurig. Auf Deck werden wir mit einer Lazershow und einer Poolparty verabschiedet. Und dann ist der Urlaub auch schon vorbei. Der Rückflug nach Düsseldorf geht schon sehr früh, einige andere Leute müssen den Tag noch auf einer Finca auf Mallorca verbringen und dort auf ihren Abflug warten. Es war ein wunderschöner, unvergesslicher Urlaub. Ich möchte keinen Augenblick missen, und ich bin mir sicher, daß ich die AIDA schon bald wiedersehen werde. . . Wer weiß, vielleicht wieder mal in der Karibik?
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